Gabi Körbel

Es freut uns, dass Du den Weg auf unsere Homepage gefunden hast. Unsere Website liefert einen Überblick über die Tätigkeiten, Angebote und Grundwerte der größten Familienorganisation Österreichs. Wir wünschen viel Spaß beim Erkunden der Website der Kinderfreunde Wilfersdorf!  

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Chronik der Kinderfreunde

Der Tischler und spätere Journalist Anton Afritsch gründete 1908 in Graz den "Arbeiterverein Kinderfreunde". Die Motivation war, die Not der Kinder zu lindern. Man wollte sich für die Ernährung, pädagogische Betreuung sowie die Bildung der Kinder einsetzen. Man forderte die Abschaffung der Prügelstrafe und auch die Koedukation war damals schon eine Selbstverständlichkeit bei den Kinderfreunden. Die Kinderfreunde organisierten Ausflüge, Wanderungen und Ferienlager, die sich die Familien sonst nicht hätten leisten können.

Die erste Ferienaktion für 40 Arbeiterkinder konnte 1913 in Gratkorn (Steiermark) gemeinsam mit dem "Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in der Steiermark" verwirklicht werden.

1917 wurde der "Reichsverein der Kinderfreunde" mit dem Wiener Stadtrat Max Winter als Vorsitzendem gegründet.

1918 konnte das erste eigene Ferienheim der Kinderfreunde im Steinbergschlössl bei Graz eröffnet werden.

Nach der Ausrufung der Republik 1918 bekamen die Kinderfreunde 84 Räume im Schloss Schönbrunn. Dort wurden die Schönbrunner Erzieherschule mit Internat, ein Kinderheim, eine Bibliothek mit Lesesaal sowie später der Verlag Jungbrunnen untergebracht.

Die Kinderfreunde hatten zum Ende des 1. Weltkrieges ca. 9.700 Mitglieder in mehr als 30 Ortsgruppen.

1920 wurde die "Aktion Kinderheller" eingeführt. Mit dem wöchtentlichem Gewerkschaftsbeitrag wurde auch eine Krone als Kinderheller eingehoben, der den Kinderfreunden für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt wurde. Aufgrund dieses Geldes konnte die Arbeit intensiviert werden.

Zu Beginn der zwanziger Jahre hatten die Kinderfreunde bereits mehr als 55.000 Mitglieder in 182 Ortsgruppen Auch im Deutschen Reich gründete sich Kinderfreundegruppen, die 1923 den Dachverband der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde gründeten, die wie die Falkenbewegung stark von Österreich beeinflusst wurde. 1925 wurden speziell für die 12-15 jährigen die Roten Falken gegründet.

1934 wurden die Kinderfreunde, wie alle anderen Vereine der ArbeiterInnenbewegung, verboten und das gesamte Vermögen sowie Betreuungs- und Erholungseinrichtungen beschlagnahmt. Die Organisation umfasste zu diesem Zeitpunkt ca. 475 Kinderheime, hatte rund 100.000 Mitglieder und betreute 122.000 Kinder bei den Kinderfreunden und 15.000 Kinder bei den Roten Falken. Zahlreiche FunktionärInnen setzten während des Verbots ihre Arbeit in der Illegalität unter besonder schweren Bedingungen aber trotzdem fort.

1945 folgte die Wiedergründung unter der Beteiligung von Theodor Körner, Paul Speiser und Josef Holaubek. Der Wiederaufbau ging rasch und so hatten die Kinderfreunde 1946 36.000 Mitglieder in 286 Ortsgruppen, und konnten die Anzahl der Heime von 18 auf 76 erweitern.

Ab 1946 organisierten die Kinderfreunde die "Schwedenauspeisung" und fuhren mit den Kindern in Ferienlager.

Zum 50 jährigem Gründungsjubiläum konnte 1958 das erste Kinderdorf, das "Anton-Afritsch-Kinderdorf" bei Graz eröffnet werden.

Struktur der Kinderfreunde
Auf der untersten Ebene sind die Kinderfreunde in Ortsgruppen, d.h. in einer räumlichen Grundstruktur innerhalb einer Stadt, einer Gemeinde oder auch nur eines Dorfes. Da die Ortsgruppen eigenständige Vereine sind, wählen die Mitglieder dieser Ortgruppen regelmäßig einen Gruppenvorsitzenden sowie einen Vorstand. Gibt es in politischen Bezirken, die zumeist den Verwaltungsbezirken der einzelnen österreichischen Bundesländer entsprechen, mehrere Ortsgruppen, so können sich diese auch als Bezirksorganisation konstituieren und einen Bezirksvorsitzenden sowie einen Bezirksvorstand wählen.

Auf der Ebene darüber gibt es neun Landesorganisationen, die gemäß den neun österreichischen Bundesländern organisiert sind. Der oder die jeweilige Landesvorsitzende sowie die anderen Mitglieder des jeweiligen Landesvorstandes werden in regelmäßigen Abständen auf einer Landeskonferenz gewählt. Auf dieser Landeskonferenz diskutieren und beschließen die Delegierten, die alle Ortgruppen und Bezirksorganisationen gemäß ihrer Mitgliederstärke zur Landeskonferenz entsenden, auch die politischen Positionen, Vorgaben und Zielsetzungen der Landesorganisation.

Über den Landesorganisationen gibt es noch die Bundesorganisation der Kinderfreunde Österreich. Deren Vorstand wird ebenfalls in regelmäßigen Abständen auf Bundeskonferenzen gewählt. Die Delegierten zu dieser Konferenz werden von den Landesorganisationen aufgrund ihrer Mitgliedsstärke entsandt. Aktueller Bundesvorsitzender der Kinderfreunde Österreich ist der oberösterreichische Landesrat Josef Ackerl.

Heutige Arbeit der Kinderfreunde Die Kinderfreunde verstehen sich als Interessenvertretung der Kinder und Familien. Die wesentlichen Werte der Kinderfreunde sind die sozialdemokratischen Grundwerte Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Gewaltverzicht und Toleranz sind weitere Grundwerte. Die Erziehungsarbeit in den Gruppen und Einrichtungen orientiert sich daran.

Heutige Arbeit der Kinderfreunde Die Kinderfreunde verstehen sich als Interessenvertretung der Kinder und Familien. Die wesentlichen Werte der Kinderfreunde sind die sozialdemokratischen Grundwerte Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Gewaltverzicht und Toleranz sind weitere Grundwerte. Die Erziehungsarbeit in den Gruppen und Einrichtungen orientiert sich daran.

Aktionen gegen Gewalt an Kindern und gegen Gewaltverherrlichung sind ein fixer Bestandteil der Medienarbeit der Kinderfreunde. So richtet sich zum Beispiel die Aktion "Kein Mord am Bildschirm" gegen gewalttätige Computerspiele.

Einen wichtigen Platz in der Kinderfreundearbeit nehmen auch Aktionen gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus ein.

Eine aktuelle Kampagne der Kinderfreunde heißt "Papa aktiv" und setzt sich für einen Vaterschutzmonat ein.

Der Großteil der Kinderfreundearbeit findet in den Ortsgruppen auf ehrenamtlicher Basis statt. Je nach Ortsgruppe gibt es regelmäßige Treffen in Form von Heimstunden, öffentliche Veranstaltungen und Ferienlager.

Zahlreiche Kinderfreundegruppen betreiben auch Kindergärten und Horte. Die Kinderfreunde Wien sind einer der größten gemeinnützigen Anbieter von Kinderbetreuungseinrichtungen und betreuen rund 10.000 Kinder.

Die Landesorganisationen bieten Kinderferienaktionen auch für Nichtmitglieder an. Die Kinderfreunde ermöglichen jährlich tausenden Kindern zwischen 5 und 15 Jahren einen Ferienaufenthalt im In- und Ausland.

Die Landesorganisationen bieten als Service für Orts- und Bezirksgruppen auch Spielbusse und teilweise auch Kasperltheaterbühnen an. Spielbus und Kasperltheater können auch von externen Personen und Organisationen für Veranstaltungen gebucht werden.

Quellennachweis: WIKIPEDIA